© <a target="_blank" href="https://www.onetz.de/oberpfalz/pfreimd/fuenf-listen-vier-buergermeisterkandidaten-pfreimd-trausnitz-pausiert-chefposten-id5280408.html">Vier Bürgermeisterkandidaten in Pfreimd

28.01.2026
Vier Bürgermeisterkandidaten und fünf Listen in Pfreimd, Trausnitz „pausiert“

Pfreimd (Der Neue Tag - 28.01.2026)

Vier Kandidaten konkurrieren in Pfreimd bei der Kommunalwahl am 8. März um den Posten des Rathauschefs. Eine Stichwahl scheint wahrscheinlich. Weniger spannend ist die Lage in Trausnitz, wo gar kein Bürgermeister gewählt wird.

Die Nominierungen der Parteien sind abgeschlossen, auf fünf Listen finden sich in Pfreimd die Namen der Personen, die für ein Amt zur Verfügung stehen. Genau 4265 Wahlberechtigte können nun entscheiden, wer sie im Stadtrat vertreten soll und wer Bürgermeister wird. In Trausnitz haben die insgesamt 780 Stimmberechtigte beim Gemeinderat die Wahl zwischen den Personen auf zwei Listen: die der CSU und die der Freien Wählergemeinschaft (FWG). Aktuell hat die CSU drei Sitze im Gremium, die FWG fünf.

Ein Bürgermeister wird in Trausnitz nicht gewählt. Die Gemeinde mit rund 900 Einwohnern gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Pfreimd und konnte bis Juni 2024 auf Bürgermeister Martin Schwandner bauen. Schwandner hatte am 27. März 2024 seinen Rücktritt als Bürgermeister der Gemeinde Trausnitz bekannt gegeben, am 30. Juni endete seine Amtszeit. Bis zur Neuwahl am 15. September 2024 leitete zweiter Bürgermeister Josef Prechtl die Amtsgeschäfte. 



Es kam deshalb in Trausnitz zur Urwahl, bei der sich von 452 Wählern 141 für Reinhard Schwarz (32,9 Prozent) entschieden und 86 Wähler (20 Prozent) für Johann Mörtl. Nach einer Stichwahl Ende September 2024 stand Schwarz als Bürgermeister endgültig fest. Da er nun noch relativ frisch im Chefsessel sitzt, können sich die Bürger in seinem Fall ein Kreuzchen sparen. Da Schwarz weniger als zwei Jahre vor dem regulären Termin gewählt wurde, sieht das Gesetz sieht eine Verlängerung seiner Amtszeit bis 2032 vor. Die Trausnitzer Wähler müssen also lediglich entscheiden, welche acht Gemeinderatsmitglieder künftig mit ihm die Geschicke der Gemeinde leiten.

Keine Verdoppelung

Neu ist laut Wahlleiter Richard Tischler dabei eine Regelung, die Trausnitz insofern betrifft, als es sich dort um eine Gemeinde mit weniger als 3000 Einwohnern handelt. Für Kommunen dieser Größenordnung wurde die Verdoppelungsmöglichkeit abgeschafft, also die Aufführung doppelt so vieler Kandidaten, wie es Sitze gibt. Eine Ausnahme bildet die Mehrheitswahl (gilt für den Fall nur für einer Bewerberliste), in diesem Fall ist die Verdoppelung dennoch möglich.

In Pfreimd geht es bei der Kommunalwahl um 20 Sitze im Stadtrat – plus das Amt des Bürgermeisters. Fünf Parteien haben Listen erarbeitet: die Freie Wählergemeinschaft (FWG), CSU, SPD und ÖDP sowie zum ersten Mal auch die AfD. Bei der Wahl 2020 hatte sich folgende Sitzverteilung ergeben: sieben Sitze für die FWG, sechs für die CSU, vier für die SPD und drei für die ÖDP. Damals hatte Amtsinhaber Tischler (FWG) mit großem Abstand zu seinem Herausforderer Wolfgang Lotter (CSU) die Bürgermeisterwahl gewonnen. Bei einem Stimmenanteil von über 86,1 Prozent war scherzhaft von „fast schon sozialistischen Verhältnissen“ die Rede.

Kein Bewerber von der CSU

Diesmal stehen statt zwei allerdings vier Kandidaten zur Wahl, jedoch keiner von der zweitgrößten im Stadtrat vertretenen Partei, der CSU. Die FWG schickt Florian Reger ins Rennen. Der Konstruktionsleiter ist 40 Jahre alt, hat zwei Söhne und ist seit 2014 im Stadtrat von Pfreimd vertreten. Angesichts der angespannten Finanzlage seiner Stadt ist ihm klar, dass es nun gilt, Projekte zu favorisieren. Das sei spannend und fordernd, er blicke aber mit Optimismus und vor allem gesundem Menschenverstand in die Zukunft.

Noch eine Periode länger, also seit 2008, ist Norbert Auer für die SPD im Stadtrat vertreten. Er traue es sich zu, die Stadt „aus der prekären finanziellen Lage herauszureißen“, nachdem ihm das beim Altenheim gelungen sei, so der 62-jährige Notfallsanitäter gegenüber Oberpfalz-Medien. Er stellt sich nicht zum ersten Mal als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung. Das gilt auch für Hubert Betz von der ÖDP. Der 64-jährige selbstständige Malermeister kann ebenfalls auf eine 18-jährige Erfahrung im Stadtrat zurückblicken. „Lustig wird das nicht“, blickt er voraus auf eine Wahlperiode mit schweren Einschnitten. Für die AfD wirft Tobias Gasparin als Bürgermeisterkandidat seinen Hut in den Ring. Zur angespannten Haushaltslage meint der 44-jährige Anlagenführer und Familienvater, dass da nun Disziplin und Transparenz verlangt sind bei notwendigen Entscheidungen.

Bürgermeister Tischler hatte eigentlich mit fünf Bürgermeisterkandidaten gerechnet. Dass die CSU keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt, war für ihn eine Überraschung. Aber auch bei vier Kandidaten geht er von einer Stichwahl aus, „deren Ergebnis nicht vorhersehbar ist“. Jetzt schon absehbar für die Wahl 2032 ist allerdings ein Umstand, der mit der Einwohnerzahl zu tun hat. Mit knapp unter 5000 Einwohnern läuft die Stadt Gefahr, dass es bei der nächsten Kommunalwahl nur noch 16 statt 20 Sitze im Gremium zu verteilen gibt. Für die Legislaturperiode 2026 bis 2032 gilt eine Übergangszeit, also eine Art „Bewährung“: Schafft es die Stadt, wieder über die maßgebliche Einwohnerzahl zu kommen, bleibt es auch nach 2032 bei 20 Sitzen.

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