© <a target="_blank" href="https://www.onetz.de/oberpfalz/schwandorf/martin-scharf-holt-landtagsmandat-fuer-freie-waehler-landkreis-schwandorf-id4406860.html">Der Neue Tag

10.10.2023
Über die Liste: Martin Scharf holt Landtagsmandat für FreieWähler in den Landkreis SchwandorfMit Aiwanger in der „Wahlarena“: Stimmenfang im Schatten der Affäre (Kopie 1)

Schwandorf/Neunburg vorm Wald  (Der Neue Tag - 10.10.2023)

Der Landkreis Schwandorf wird wieder von zwei Landtagsabgeordneten in München vertreten. Neben Stimmkreissieger Alexander Flierl (CSU) wird Martin Scharf aus Neunburg vorm Wald für die Freien Wähler ins Maximilianeum einziehen.


Es war eine Hängepartie. Martin Scharf (60) musste sich lange gedulden, bis klar war: Er zieht in den Landtag ein. Der Direktkandidat der Freien Wähler im Stimmkreis (identisch mit dem Landkreis) Schwandorf profitiert von seinem sehr guten Ergebnis und wird für die Region über die Liste seiner Partei im Maximilianeum vertreten.

„Es sieht ganz gut aus. Eine Chance hatte ich mir schon ausgerechnet“, sagte Scharf noch gegen Mittag gegenüber Oberpfalz-Medien. Da musste er noch auf das endgültige Ergebnis des Landeswahlleiters warten, das erst am späten Nachmittag eintraf. Nachdem fünf von acht Stimmkreisen in der Oberpfalz ausgezählt waren, war der Neunburger Rechtsanwalt noch Stimmenkönig der Freien Wähler. Das sollte sich zwar noch ändern, Tobias Gotthardt (Regensburg Land) überholte Scharf. Gotthardt holte in Regensburg-Land über 23400 Stimmen und damit das beste Ergebnis der Freien Wähler im Regierungsbezirk. Über den Silbe-Rang bei den Erststimmen freute sich Scharf. Die Freien Wähler profitieren von einem Ausgleichsmandat, das der Oberpfalz zugeteilt wird. Damit ziehen vier Abgeordnete der FW in den Landtag ein.

„Das macht mich schon ein bisschen stolz“, sagt Scharf mit Blick auf das Ergebnis seines Vorgängers als Kandidat, Joachim Hanisch (Bruck). Vor fünf Jahren hatte Hanisch rund 13200 Erststimmen erreicht, Scharf dieses mal über 18 700. Hanisch war als Listenführer der Freien Wähler in der Oberpfalz in den Landtag eingezogen, hatte sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen Ende 2021 aufgegeben. Nun folgt ihm der 60-jährige Martin Scharf, der von Platz vier auf der Liste ins Rennen ging. „Das Landkreis-Ergebnis war super für uns“, blickt Scharf auf die 21,4 Prozent Gesamtstimmen, die die Freien Wähler geholt haben. In der Gemeinde Thanstein erreichten die Freien Wähler mit 38,6 Prozent sogar das höchste Gesamtstimmenergebnis und ließen die CSU (34,2 Prozent) hinter sich. Dass er rund um seine Heimatstadt Neunburg vorm Wald bei den Erststimmen vorne lag, freut Scharf besonders. Und: „Dass wir am Ende noch die AfD überholt haben, das war mir wichtig“, sagt Scharf.

Noch Verhandlungen im Kalender

„Wir haben gute Politik gemacht“, meint Scharf mit Blick auf die bayernweiten Zugewinne der Freien Wähler. „Jetzt will ich mithelfen, dass wir noch ein bisserl bessere Politik machen“, so der Rechtsanwalt. Wann es nach München geht, konnte er am Montag noch nicht sagen. „Ich warte mal ab“, so Scharf, in seinem Terminkalender stehen noch Gerichtsverhandlungen. „Man weiß ja vorher nie, wie’s ausgeht, der normale Jobmuss ja weitergehen“.

....

Wieder zwei Abgeordnete

Der Landkreis Schwandorf ist also wieder mit zwei Abgeordneten im Maximilianeum vertreten. Alexander Flierl (CSU) hatte bei der Wahl am Sonntag mit 35,6 Prozent das Direktmandat im Stimmkreis 306 verteidigt. Zwar mit Verlusten von 2,6 Prozentpunkten gegenüber 2018, aber mit deutlichem Abstand vor Martin Scharf (Freie Wähler), der mit 22,2 Prozent rund 5,8 Prozentpunkte mehr holte als Joachim Hanisch vor fünf Jahren. So wie es aussieht, werden die beiden Landtagsabgeordneten den Fraktionen der Regierungskoalition angehören. Der Landtag wird sich, aller Voraussicht nach, am 30. Oktober konstituieren. Bis dahin wird feststehen, welche Partei mit der CSU das Land regieren wird – dass das die Freien Wähler sein werden, daran dürfte kaum ein Zweifel bestehen.

weiter unter ©Der Neue Tag